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Tag der offenen Schule · Samstag, 12. Dezember 2026 Programm & Anfahrt
Bühne in der Aula des Luisen-Gymnasiums

Fächer

Schulinterner Lehrplan Literatur

Theater, Film und kreatives Schreiben in der Qualifikationsphase

Der Literaturkurs entwickelt die sprachlich-künstlerischen Fähigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler und fördert ihre Kreativität – projekt- und produktorientiert, eigenverantwortlich und im Team. Diese Seite fasst den schulinternen Lehrplan strukturiert zusammen.

Schulinterner Lehrplan zum modularen Kernlehrplan Literatur für die gymnasiale Oberstufe

Rahmenbedingungen

Literatur in der Q1

Der Literaturkurs wird für die Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase 1 (Q1) angeboten. Alle Kursstunden liegen in einem dreistündigen Block am Nachmittag. Über Angebot, Kompetenzen, Inhalte und Leistungsanforderungen informiert die Schule auf der Informationsveranstaltung zu den Kurswahlen für die Qualifikationsphase.

Theater im Mittelpunkt

Dank der besonderen Ausstattung der schuleigenen Aula – eine Bühne mit Beleuchtungs- und Beschallungsanlage sowie ein Requisitenraum – wird vorrangig im Bereich Theater gearbeitet. Über Kooperationen mit Künstlerinnen und Künstlern im Rahmen des Projekts „Kultur und Schule“ entstehen zudem Filme; kreatives Schreiben bildet die Grundlage der Theater- und Filmarbeit.

Öffentliche Aufführungen

Die Kurse präsentieren ihre Produktionen gegen Ende des zweiten Schulhalbjahres öffentlich in der Aula und bereichern das kulturelle Schulleben – etwa beim Tag der offenen Tür, beim Kennenlern-Nachmittag, bei Abschlussfeiern und Schulfesten. Thematisch sind Kooperationen mit allen Fächern möglich, am engsten wird mit dem Fach Kunst zusammengearbeitet.

Inhaltsfelder und Kompetenzen

Inhaltsfelder am Luisen-Gymnasium

  • Theater: das zentrale Inhaltsfeld – vielfach in Kooperation mit dem Projekt „Kultur und Schule“ und dem Bereich Kreatives Schreiben, wenn eigene Szenen entstehen.
  • Medien (Film): nur in Kooperation mit dem Projekt „Kultur und Schule“ und damit abhängig von der Bewilligung des jeweiligen Projekts.

Rezeption – die Schülerinnen und Schüler können …

  • im kreativen Prozess die eigenen Bedürfnisse mit denen anderer abstimmen und die eigenen Stärken und Grenzen realistisch einschätzen,
  • die Entscheidung für ein Thema begründen und eine geeignete Präsentationsform wählen,
  • einzelne Arbeitsschritte im Hinblick auf das Gelingen des geplanten Produkts beurteilen und anpassen,
  • an fremden Gestaltungen deren biografische, soziokulturelle und historische Bedingtheit erläutern,
  • Gestaltungsprodukte mithilfe grundlegender Urteilskriterien bewerten.

Produktion – die Schülerinnen und Schüler können …

  • Darstellungsformen und -verfahren unterscheiden, erproben und individuell ausgestalten,
  • eigene Ideen einbringen, begründet vertreten sowie Material und Medien funktional einsetzen,
  • Feedback wertschätzend formulieren und Rückmeldungen konstruktiv verarbeiten,
  • einen Projektablauf von der Idee bis zum fertigen Ablaufplan in der Gruppe entwickeln und verschriftlichen,
  • rechtliche Rahmenbedingungen (u. a. Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht, Datenschutz) berücksichtigen,
  • ihr Produkt adressatengerecht ausrichten und öffentlich als Beitrag zur Schulkultur präsentieren.

Exemplarisches Unterrichtsvorhaben

Beispiel „Szenische Collage“: So kann ein Kursjahr im Inhaltsfeld Theater verlaufen – von den ersten Übungen bis zur öffentlichen Aufführung. Die konkrete Schwerpunktsetzung legt der Kurs zu Beginn des Schuljahres fest.

  1. Grundlagen des Theaterspiels: Vertrauens-, Kontakt- und Sensibilisierungsübungen, Mimik und Pantomime, Raum und Bühnenformen, Bewegungs- und Tanztheater sowie Stimm- und Sprechschulung (u. a. mit Texten von Beckett, Mrożek, Jandl und Handke).
  2. Theater erleben und erste Auftritte: Besuch und Auswertung einer professionellen Tanztheater-Aufführung, kleine Straßentheater-Aktionen für den Tag der offenen Tür, Improvisationstheater und Gestaltung mit Licht (Aufführungsbesuch, Improvisation nach Johnstone, Schwarzlicht und Co.).
  3. Themenfindung für das eigene Stück: Der Kurs entscheidet gemeinsam über das Generalthema der Aufführung (im exemplarischen Vorhaben: Generationenkonflikte) und sammelt Material aus persönlichen Erfahrungen, Recherchen und Ideensternen. Damit beginnt die Projektphase.
  4. Szenen entwickeln und proben: In Gruppen entstehen Szenen mit den favorisierten Darstellungsformen; Feedback optimiert die Ergebnisse, Kursmitglieder übernehmen Spielleitungsfunktionen. Titel, Reihenfolge und Aufführungstermine werden gemeinsam festgelegt, parallel entstehen Plakate, Flyer und Programmheft (Stell-, Einzel- und Durchlaufproben).
  5. Aufführungen und Auswertung: Nach den Generalproben folgen öffentliche Aufführungen in der Aula. Jede Präsentation wird kritisch ausgewertet – auch mit den Rückmeldungen des Publikums (öffentliche Präsentation als Beitrag zur Schulkultur).

Methodische und didaktische Grundsätze

  • Aktive Teilnahme, Zusammenarbeit und individuelle Lernwege prägen den Unterricht.
  • Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren und reflektieren ihren Kompetenzerwerb, in der Regel im Portfolio.
  • Die Kompetenzbereiche Produktion und Rezeption werden miteinander vernetzt.
  • Der Projektcharakter verlangt Mitgestaltung: Der Kurs lotet aus, plant, produziert und kontrolliert gemeinsam.
  • Die Gestaltungsprozesse eröffnen möglichst große Freiräume für Spontaneität, Kreativität, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung.
  • Die Lehrkraft begleitet den Lernprozess als Beobachterin, Anregerin und Beraterin; im Kursverlauf tritt sie zugunsten der Teamorientierung zurück.
  • Die öffentliche Darbietung der Arbeitsergebnisse ist unverzichtbar – vor Parallelkursen, der Schulgemeinde oder einer größeren Öffentlichkeit.

Leistungsbewertung und Rückmeldung

Drei Ebenen der Bewertung

  • Prozessbewertung: die Mitarbeit im gesamten Arbeits- und Probenprozess.
  • Produktbewertung: die entwickelten Szenen, Texte und Materialien.
  • Präsentationsbewertung: die öffentliche Aufführung.

Einzel- und Gruppenleistung werden in einem angemessenen Verhältnis berücksichtigt; durch individuelle Aufgabenverteilung kann jede Schülerin und jeder Schüler jede Notenstufe erreichen.

Überprüfungsformen im Inhaltsfeld Theater

  • kognitiv-analytisch: Wahrnehmungen zu theatralen Präsentationen mit Fachtermini beschreiben, Gestaltungsmittel identifizieren und Produktionen kriteriengestützt beurteilen.
  • kreativ-gestalterisch: Szenen unter funktionalem Einsatz theatraler Mittel entwickeln und überarbeiten, Rollen überzeugend verkörpern, improvisieren und Textmaterial für die Produktion verfassen.
  • planerisch-praktisch: Textmaterial recherchieren, Produktionen realistisch planen und Aufgaben der dramaturgischen Umsetzung (Requisiten, Kostüme, Bühnenbild, Werbung) verantwortlich übernehmen.
  • evaluativ: Feedback nach vereinbarten Regeln geben und annehmen sowie den eigenen Beitrag zur Realisierung des Projekts selbstkritisch einschätzen.

Transparenz und Rückmeldung

Zu Kursbeginn werden Leistungsansprüche, Bewertungsgrundsätze, Überprüfungsformen und Kriterien vorgestellt und projektspezifisch erläutert. Die Bewertungskriterien werden über Beobachtungs- und Feedbackbögen vertraut gemacht. Die individuelle Leistungsrückmeldung und Beratung erfolgt mündlich im laufenden Unterricht, spätestens zum Quartalsende.

Grundlage sind § 48 SchulG NRW, § 13 APO-GOSt und Kapitel 3 des modularen Kernlehrplans Literatur.